Spatzenschüler lernen in der Kita Polnisch

 

Seelow (MOZ) In der Kita "Frechdachse" schallen seit gut zwei Jahren immer wieder auch polnische Laute durch die Räume. Kein Wunder, denn Halina Elsner lernt mit den Jüngsten Polnisch. "Und das klappt wunderbar", schwärmt Kita-Leiterin Elke Kicinski. Es gebe mittlerweile auch Kinder mit polnischen Wurzeln, die das Ganze komplettieren und auch zwischen den Lerneinheiten die Sprache ins tägliche Spiel einbringen. Ganz ohne Mittel ist allerdings solch ein zusätzliches Angebot nicht möglich.

 

Peter Strohbach, Vorsitzender des Kita-Vereins, strahlt an diesem Freitag. Klaus Kühnicke ist gekommen, um der Kita 250 Euro speziell zur Fortsetzung des Angebots der Spatzenschule zu spendieren. Kühnicke ist für die Firma Eckmann-Grafisches Institut Paderborn seit Jahren regelmäßig in Seelow."Die Firma betreut seit 15 Jahren unsere beiden Informationskästen am Rathaus und vor der Kreisverwaltung", erklärt Bürgermeister Jörg Schröder. Sie aktualisiere die Kästen, führe die Gespräche mit Firmen, die mit ihrer Werbung dieses Informationsangebot nutzen. "Diese Kästen sind auch Visitenkarten einer Stadt", sagt Kühnicke. Schröder lobt die seriöse Arbeit der Firma.Auch bei Beschädigungen reagiere sie sofort. Als das Angebot des Unternehmens kam, Geld für einen guten Zweck bereitzustellen, fiel die Wahl auf das Kita-Projekt. Eine tolle Idee, wie der Gast bekannte. Die Firma realisiere in ganz Deutschland monatlich etwa zehn Projekte und spende für die jeweilige Kommune.Auch Manfred Specht, der die Spatzenschule 2001 mit ins Leben gerufen hat, freut sich. Ziel sei es, neben der Sprachvermittlung immer wieder auch Treffen zu organisieren, sowohl mit Grundschulen als auch mit Kitas in Kostrzyn. Seit Januar ist die Kindervereinigung Seelow Träger der Spatzenschule, vorher arbeitete sie unter dem Dach der Oderlandkids. Specht kündigte an, dass zum Seelower Stadtfest wieder eine Tanzgruppe aus Kostrzyn das Programm bereichern wird.

Kinderfest zum Vereinsjubiläum

 

Seelow (MOZ) Fröhliches Kinderlachen beherrschte am Mittwoch den Seelower Marktplatz. Die Kindervereinigung Seelow hatte zur großen Party eingeladen. Eigentlich wäre die im März fällig gewesen, denn am 13. März vor 22 Jahren war der Verein gegründet worden. "Aber im März ist es schlecht mit Freiluftveranstaltungen", sagte Jens Lawrenz, der Leiter des Freizeitzentrums Frizz. Deshalb feiert die Kindervereinigung ihren Geburtstag immer im Mai. Gekommen waren diesmal alle vier Kitas der Stadt sowie die Kita "Haus der kleinen Zwerge" aus Gusow.

 

"Eine schöne Idee", sagte Elke Kicinski, Leiterin der Kita "Frechdachse". Die Kinder würden sich immer über diese besonderen Angebote freuen. Dass es die auch noch kostenfrei für alle gibt, sei schon eine tolle Sache. Die Steppkes der Einrichtung tollten wie alle anderen Kita-Kinder mit nicht enden wollender Energie auf den Hüpfburgen und der Rutsche, ließen sich schminken, von Clown Olli lustige Luftballon-Tiere oder auch -Schwerter "bauen", naschten Zuckerwatte, malten, bastelten und versuchten sich in diversen Sportspielen.Am Nachmittag ergänzten die Feuerwehr und das DRK die Angebote für die größeren Kinder. Denn nach der Mittagspause ging es für die Hortkinder weiter. Sie verlebten abwechslungsreiche Stunden mit viel Musik und manchen Überraschungen. Die nächste Marktplatz-Frizz-Party gibts im September.

13.03.2014 03:38 UHR

 

Elternwunsch hat Vorrang

 

Seelow (MOZ) Missverständnisse und fehlende Informationen haben im jüngsten Bildungsausschuss zu Unstimmigkeiten geführt. Die DRK-Kita "Märchenland" sah sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, weil sie ihre Kapazität erhöht hat.

 

 

Für Außenstehende ist die Sache ganz einfach: In der Stadt gibt es vier Kitas. Hat eine davon rückläufige Zahlen, dann werden Neuanmeldungen einfach dorthin verwiesen. Doch so einfach ist die Sache eben nicht. "Ganz oben an steht der Elternwunsch", bestätigte Andreas Scharf in einem Vororttermin in der DRK-Kita. Die Einrichtung hatte bereits im vergangenen Jahr beim Landesjugendamt einen Antrag zur Aufstockung ihrer Kapazität von 86 auf 104 gestellt. Da die Zuschüsse nach der jährlichen Spitzabrechnung entsprechend der tatsächlich betreuten Kinder ausgereicht werden, ergibt sich damit auch ein Mehrbedarf für die Einrichtung. Das hatte im Ausschuss für Verärgerung gesorgt. Der Stadt werde hinterrücks ins Portemonnaie gegriffen, hieß es, denn einige tausend Euro mehr seien nicht mal eben so zu stemmen.

"Wir müssen uns bei solchen Themen als Verwaltung besser vorbereiten", räumte Bürgermeister Jörg Schröder (parteilos) bei dem Vororttermin ein. Denn es stellte sich heraus, dass sehr wohl alle anderen drei Kitas, deren Träger und auch die Stadt über den Antrag der DRK-Kita informiert waren. "Es gibt ein Protokoll von einer Zusammenkunft mit allen Beteiligten im Herbst vergangenen Jahres", sagte Schröder. Darin sei nachzulesen, dass der DRK-Kreisverband als Träger über den Antrag informiert hat und es auch keinerlei Einwände von den anderen Einrichtungen gab.

"Wir haben jetzt das umgesetzt, was schon in der Bauplanung so vorgesehen war", machte Cordula Töpfer, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes, deutlich. Man habe mit 86 Kindern begonnen, da in der Anfangsphase noch vieles zu strukturieren war und Konzepte verändert worden seien. Die Gesamtkapazität von 104 Plätzen sei von Anfang an allen bekannt gewesen. Sie bedaure die Verstimmung und gehe davon aus, dass sich an der unkomplizierten Zusammenarbeit aller vier Einrichtungen in der Stadt nichts ändert. Was Seelow vorweisen könne, sei einmalig im Land. Vielen sei das gar nicht bewusst. Von Beratungen mit Kollegen aus anderen Regionen wisse sie, dass viele Seelow um seine modernen Einrichtungen beneiden.

Die Stadt hatte 2008 das Kita-Bauprogramm beschlossen. Drei nagelneue Kitas sind entstanden und auch die "Frechdachse" seien gut aufgestellt, betonte Schröder. Er sei stolz auf alle vier Einrichtungen. Dass die Nachfrage schwanke und kaum kalkulierbar sei, hänge nun einmal mit dem jeweiligen Konzept und dem Elternwillen zusammen. Als Lehre aus der Diskussion sieht der Verwaltungschef auch die Notwendigkeit, dass sich die Kitas, Träger und die Stadt mindestens zweimal im Jahr an einen Tisch setzen und alle offenen Themen besprechen, auch Fragen der Auslastung.

Ilka Brucke, Leiterin der DRK-Kita, wies die grassierende Vermutung zurück, die Kita habe die Aufstockung wegen der zu erwartenden Kinder von Asylbewerberfamilien beantragt. "Wir betreuen vier Flüchtlingskinder", sagte sie. "Und wir haben den Integrationsverein, der sich ja in der Arbeit mit den Familien engagiert, darauf hingewiesen, dass auch andere Kitas in der Stadt Kinder aufnehmen können."

Die große Nachfrage komme vor allem von den Seelower Eltern. "Mit der neuen Einrichtung haben wir in unserem Konzept viel verändert", machte sie deutlich. Statt einst sechs sind heute zwölf Erzieher tätig, darunter zwei für Gesundheit, Sport und Natur sowie eine Spracherzieherin. Auch das Bewegungskonzept komme bei Kindern und Eltern sehr gut an. Dass man angesichts der Nachfrage auf die zulässige Kapazität aufstocke, sei letztlich normal. Wird auch die erhöhte Kapazität erreicht, bleibt nur der Verweis in andere Einrichtungen der Stadt. "Wir können den Rechtsanspruch der Eltern gewährleisten und das ist wichtig", sieht es Schröder.

Für 2014, das machte Cordula Töpfer deutlich, wird die Aufstockung keine finanziellen Auswirkungen im Stadthaushalt haben. "Wir erhalten vom Landesjugendamt Mittel zurück. Damit werden wir den Mehrbedarf kompensieren", versicherte sie.

Einig waren sich alle, dass künftig geplante Veränderungen im Vorfeld besser kommuniziert werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Wie gut die Einrichtungen miteinander können, haben sie 2013 mit ihrer gemeinsamen Arbeit an der neuen Kita-Richtlinie bewiesen. Für alle vier Kitas wurde zum Beispiel die gleiche Entgeltverordnung beschlossen. Das heißt, überall werden die gleichen Elternbeiträge kassiert.