13.12.2012 06:32 UHR

 

In der Kita Frechdachse sind die Ritter los

 

Seelow (MOZ) Pfeil und Bogen hatten sie zwar nicht - dennoch ging es am Dienstagvormittag in der Seelower Kita Frechdachse kurzzeitig zu wie im Mittelalter. Der Grund: die neue Ritterburg, die sie von Neuntklässlern der Seelower Bertolt-Brecht-Oberschule geschenkt bekamen. Kaum stand sie auf dem Tisch, griffen die kleinen drei- bis sechsjährigen Knirpse in ihre Spielkiste, holten kleine Ritterfiguren hervor und besetzten sofort die vier Wachtürme. "Wenn ich groß bin, will ich Ritter werden", sagte einer der Jungen.

 

Türme besetzen: Neuntklässler der Seelower Bertolt-Brecht-Oberschule haben den Kindern der Kita Frechdachse zu Weihnachten eine Ritterburg und zwei Puppenhäuser geschenkt. Gespielt wurde sofort - wenn auch nur kurz.

Bei der Geschenkübergabe war auch Schulleiterin Karola Bahro mit dabei. "Wir kommen alle von der Weinnachtsbastelwerkstatt", sagte sie zu den zwölfKita-Kindern, die obendrein ein blaues und ein weißes Puppenhaus bekamen. Und damit die Zimmer darin nicht leer bleiben, gab es auch die passenden Einrichtungsgegenstände gleich dazu. Stühle, Tische, Toilette, Flachbildfernseher - alles aus Holz und alles farblich lediglich grundiert. "Die Kinder können die Sachen jetzt selbst mit Fingerfarben gestalten", so Kita-Leiterin Elke Kicinsky. Mit einem lang gezogenen "Dankeschööön", bedankten sich die Kita-Kinder bei den fleißigen Weihnachtsbastlern.

Drei Monate haben die Oberschüler im Fach "Wirtschaft, Arbeit, Technik" unter Anleitung von Lehrer Thomas Pfnister gesägt, gefeilt, geklebt und lackiert. Dass die Ritterburg in einem auffälligen pink erstrahlt, hat seine Gründe, wie die beiden Architekten Marie-Kathrin Schulz und Linda Günter verrieten: "Das ist unsere Lieblingsfarbe", gaben beide unisono zu. Und Schulleiterin Bahro befand: "Eine Burg in pink ist doch zeitgemäß."

Gut zehn Minuten konnten die Kita-Kinder am Dienstagvormittag Ritter spielen, dann ging es erst einmal zum Mittagsschlaf. "Ooooohh", stöhnten sie. Aber schon am Nachmittag ging das Spielvergnügen weiter. Ab sofort heißt es: Bei den Frechdachsen sind die Ritter los!

22.07.2012 19:21 UHR 

 

Kleine "Frechdachse" gesucht

 

Seelow (MOZ) Die Luftschaukel des Technischen Hilfswerkes war natürlich das Größte, was die Kinder der Kita "Frechdachse" zu ihrem Tag der offenen Tür erlebten. Die Seelower THW-Ortsgruppe ist ein enger Partner der freien Einrichtung, die vor zwölf Jahren in einem ehemaligen ZBO-Gebäude gegründet worden war und vom Elternverein "Kindergarten in Seelow" getragen wird. Aber Eltern und Erziehern ging es an diesem Tag um weit mehr als um den reinen Kinderspaß. Denn das eigentliche Kita-Fest steht noch bevor. "Wir haben nach einigen Jahren wieder unsere Türen geöffnet, um Eltern, deren Kinder noch keine Einrichtung besuchen, die Vorzüge der Kita zu präsentieren", erklärte Chefin Elke Kicinski. Und die sieht sie vor allem in der familiären und - dank der Lage am Stadtrand -auch ländlichen Atmosphäre im "Frechdachshaus".

 
Luftschaukel: Niklas Müller (v.l.), Kevin Schönfeld und Emely Gergs haben Spaß in dem vom THW Seelow gebauten Spielgerät.

© SIMONE WINKLER

 

Von den 33 dort derzeit betreuten Kindern werden sechs eingeschult, die Kapazität reicht für 45 Kinder. Somit muss die Werbetrommel gerührt werden, um auch den Personalbestand von derzeit fünf pädagogischen und anderthalb technischen Kräften zu halten, der Grundlage für die Qualität von Bildung und Betreuung ist. Hauptproblem sei, dass die Eltern gezwungen sind, der Arbeit hinterher zu ziehen. Das Pendlerdasein mit Wohnort Seelow und Arbeitsstelle Berlin könnten sich vor allem alleinerziehende Eltern nicht mehr leisten.

Elke Kicinski, seit 1984 im Beruf, präsentiert die Bildungsmöglichkeiten, die es auch dank solcher Partner wie dem THW-Ortsverband und einigen Firmen in Seelow und Frankfurt (Oder) gibt. Gute Beziehungen gibt es auch zum benachbarten Landwirtschaftsbetrieb. Seit diesem Jahr haben die Frechdachse auch einen richtigen Kindergarten: Ein Hochbeet, bei dem die Kinder in ihrer Augenhöhe erleben, wie die von ihnen selbst gepflanzten Tomaten-, Dill oder Petersilienpflanzen gedeihen. Für die Aufnahme der künftig betreuungsberechtigten Ein- bis Dreijährigen sieht die "Frechdachs"-Leiterin ihre Kita gut gerüstet.